Behandlung von Gefäßerkrankungen
Die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) richtet sich nach dem Ausmaß der Gefäßveränderungen und den individuellen Beschwerden.
Eine wichtige Grundlage der Therapie bilden regelmäßige Bewegung, die Behandlung von Risikofaktoren und eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie.
Bewegung und Lebensstil
Ein gezieltes Geh- und Bewegungstraining kann die schmerzfreie Gehstrecke verbessern und die Bildung von Umgehungskreisläufen fördern. Empfohlen werden regelmäßige Trainingseinheiten mehrmals pro Woche.
Besonders wichtig sind außerdem:
- konsequenter Rauchstopp
- regelmäßige körperliche Bewegung
- ausgewogene Ernährung und Normalisierung des Körpergewichts
- gute Einstellung von Blutdruck und Diabetes
Medikamentöse Behandlung
Medikamente dienen nicht nur der Behandlung der Durchblutungsstörung, sondern insbesondere der Senkung des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Je nach individuellem Befund gehören hierzu vor allem eine konsequente Senkung erhöhter Blutfettwerte sowie Medikamente zur Hemmung der Blutplättchen und die Behandlung bestehender Begleiterkrankungen.
Wann ist ein Eingriff erforderlich?
Nicht jede arterielle Gefäßverengung muss operiert werden. Bei stärkeren Beschwerden oder ausgeprägten Gefäßverengungen können jedoch kathetergestützte Verfahren oder eine operative Behandlung notwendig werden.
Welche Therapie für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir anhand Ihrer Beschwerden, des Gefäßbefundes und Ihres persönlichen Risikoprofils.
Nicht jede Krampfader muss operativ behandelt werden. Eine konservative Therapie kann Beschwerden lindern, Schwellungen reduzieren und den venösen Rückfluss aus den Beinen unterstützen. Bereits bestehende Krampfadern können dadurch jedoch nicht beseitigt werden.
Kompressionstherapie
Die wichtigste Säule der konservativen Behandlung ist die Kompressionstherapie mit medizinischen Kompressionsstrümpfen.
Durch den von außen ausgeübten Druck werden die erweiterten Venen komprimiert und der Rücktransport des Blutes zum Herzen unterstützt. Gleichzeitig kann die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe vermindert werden. Beschwerden wie schwere oder geschwollene Beine und Spannungsgefühle können dadurch deutlich gelindert werden.
Welche Kompressionsklasse und welche Strumpflänge sinnvoll sind, richtet sich nach dem individuellen Befund.
Bewegung unterstützt die Venen
Regelmäßige Bewegung aktiviert die Wadenmuskelpumpe und verbessert damit den Rücktransport des Blutes aus den Beinen. Besonders geeignet sind beispielsweise:
- Walking und Spaziergänge
- Radfahren
- Schwimmen
- gezielte Venengymnastik
Langes Sitzen oder Stehen sollte möglichst vermieden oder regelmäßig durch Bewegung unterbrochen werden. Auch das Hochlagern der Beine kann bei Schwellungsneigung entlasten.
Medikamentöse Unterstützung
Bestimmte pflanzliche Venenmittel können Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen vorübergehend lindern. Sie stellen jedoch nur eine unterstützende Behandlung dar und können bestehende Krampfadern nicht zurückbilden.
Welche konservative Behandlung für Sie geeignet ist, richtet sich nach Ihren Beschwerden und dem individuellen Venenbefund.
Die Behandlung einer tiefen Beinvenenthrombose sollte unmittelbar nach der Diagnose beginnen. Ziel ist es, ein weiteres Wachstum des Blutgerinnsels zu verhindern, das Risiko einer Lungenembolie zu reduzieren und mögliche Spätfolgen zu vermeiden.
Die Behandlung basiert im Wesentlichen auf drei Säulen: Blutverdünnung, Kompression und Mobilisation.
Blutverdünnung
Die Antikoagulation ist der wichtigste Bestandteil der Behandlung. Blutverdünnende Medikamente verhindern, dass das vorhandene Gerinnsel weiter wächst oder sich neue Blutgerinnsel bilden.
Wie lange die Behandlung notwendig ist, hängt von Ursache und Ausmaß der Thrombose sowie dem individuellen Rückfall- und Blutungsrisiko ab.
Kompression
Eine gezielte Kompressionstherapie kann Schwellungen und Beschwerden des betroffenen Beines reduzieren und das Venensystem entlasten.
Je nach Befund kommen zunächst Kompressionsverbände und im weiteren Verlauf medizinische Kompressionsstrümpfe zum Einsatz.
Bewegung und Mobilisation
Eine Thrombose bedeutet heute in der Regel keine strikte Bettruhe. Unter wirksamer medikamentöser Behandlung und angepasster Kompression ist eine frühzeitige Mobilisation ein wichtiger Bestandteil der Therapie.
Ursachen erkennen – weitere Thrombosen vermeiden
Neben der Akutbehandlung ist es wichtig, mögliche Auslöser und Risikofaktoren der Thrombose zu erkennen. Daraus ergeben sich die weitere Behandlungsdauer und gegebenenfalls Maßnahmen zur Vorbeugung erneuter Thrombosen.
Unser Ziel ist eine individuell abgestimmte Behandlung, die akute Komplikationen verhindert und gleichzeitig das Risiko einer erneuten Thrombose möglichst gering hält.